In einer denkwürdigen Gemeinderatssitzung am 13.10.2025 hat die einzige Bürgermeisterin im Landkreis Tübingen ihren Rücktritt angekündigt.
Ab dem 1. Juli 2026 werden wir einen neuen Bürgermeister haben, und der Landkreis wird. Wer sich auf der Website der Staatsanzeiger Baden-Württemberg anschaut, wie divers das Amt des:der Bürgermeister:in hier im Ländle so besetzt ist, wird vor allem von eins erschlagen: Männer.
Aktuell sind nur 11% aller Bürgermeister:innen-Posten in BW in Frauenhand. Ein bedenklicher gängiger Spruch sagt, dass es teils mehr Oberbürgermeister mit dem Vornahmen Thomas als Frauen im selben Amt gibt.
Zwar von vor 6 Jahren, doch verdeutlicht es die bedenkliche SituationUnd dieses Bild zeichnet sich auch in den Gemeinderäten im Land: Nach der Kommunalwahl waren nur 0.8% mehr Frauen Gemeinderät:innen als bei der Wahl 2019. Insgesamt waren es 27.4% bei restlichen 72,6% Männern.
Ammerbuch bildet hier keine Ausnahme: Unser Frauenanteil ist durch die Kommunalwahl sogar gesunken, da bei der GAL anstatt 4 nur noch 2 Frauen in den Rat gewählt wurden (ursprünglich waren es fünf, jedoch rückte Jonas Hörrmann nach) und bei den Freien/Bürgerlichen keine Frau mehr in den Gemeinderat gewählt wurde. Von 7 Gemeinderätinnen bei der Wahl 2019 sind wir nun auf 4 bei der Wahl 2024 gesunken. Anteilig sind das 18%. Das ist mehr als unterdurchschnittlich und sollte allen zu denken geben, warum Kommunalpolitik eine überstarke Domäne von Männern ist und leider auch bleibt.

Ganz passen hat es schon 1966 James Brown formuliert: It's A Man's Man's Man's World... .
Die Unausgewogenheit der Geschlechterverteilung ist ein handfestes politisches Problem das angegangen werden muss. Frauen machen mehr als die Hälfte der Menschen in Baden-Württemberg aus, aber politische Macht soll weiterhin überdurchschnittlich stark Männern vorbehalten werden?
Zum Gemeindewahlausschuss
Der Gemeindewahlausschuss hat in seiner öffentlichen Sitzung vom 24.03. um 16 Uhr über die Zulassungen von Bewerbungen beraten. Als verpflichtete Mitglieder waren anwesend: Sebastian Schaible (BWV), Karl Haischt (CDU), Gerd Bantleon (FWV), Jürgen Frey (SPD) und Christian Peters (GAL) der für die terminlich verhinderte Terhas Haile (GAL) als Stellvertreter fungierte. Also alles Männer.
Bezeichnend saßen auf Seite der Verwaltung drei Frauen und nur ein Mann.
Nach einer Verpflichtung und Aufklärung über die Tätigkeit dieses Ausschusses, wurde über die eingegangenen Bewerbungen entscheiden.
Die erste Bewerbung war die von Norbert Gimpl. Eingegangen war sie am 25.02 um exakt 10.20 Uhr und hatte alle erforderlichen 25 Unterstützungsunterschriften. Da formal einwandfrei wurde Herr Gimpl zugelassen.
Die zweite Bewerbung war die von Max Karrenführ. Eingegangen war sie am 20.02 mit 29 gültigen Unterstützungsunterschriften. Da formal einwandfrei wurde Herr Karrenführ zugelassen.
Die dritte Bewerbung war die von Andreas Schmitz. Eingegangen war sie am 09.03. mit 26 Unterstüzungsunterschriften. Auch er wurde zugelassen.
Die vierte Bewerbung war die von Kevin Mszyca (aus Friedrichshafen/Bodensee). Eingegangen war sie am 17.04. jedoch ohne Unterstützunsgunterschriften. Da auch nach Nachfrage der Verwaltung, diese nicht fristgerecht vorgelegt wurden, Entschid der Gemeindewahlausschuss einstimmig auf Nicht-Zulassung.
Die fünfte Bewerbung war die von Michel Salzer. Eingegangen war sie ebenfalls am 17.03 wies jedoch 29 Unterstützungsunterschriften auf und wurde deshalb zugelassen.
Als sechste Bewerbung, wurde über Daniel Rudolph entschieden. Seine Kandidatur wurde am 19.03. persönlich um 11.35 Uhr übergeben mit hohen 37 gültigen Unterstützungsunterschriften. Unter den Mitbewerbenden ein Rekord! Da formal einwandfrei wurde auch Herr Rudolph zugelassen.
Die vorletzte Entscheidung war die über Achim Höck, der am 20.03. mit 28 Unterschriften seine Bewerbung eingereicht hatte und vom Wahlausschuss zugelassen wurde.
Die achte und letzte Bewerbung war Lukas Haderlein, der ebenfalls am 20.03. mit 34 Unterschriften seine Bewerbung eingeworfen hatte. Er wurde als letzte Person einmütig zugelassen.
Also alles Männer. Iconic traurig, aber kommunalpolitisch absolut durchschnittliche Realität.
Der Wahlzettel
Insgesamt stellen sich am 19.04. nun 7 Männer auf, die gewählt werden wollen. Die Reihenfolge auf dem Wahlzettel richtet sich nach Eingang der Bewerbungen:
1️⃣ Norbert Gimpl
2️⃣Max Karrenführ
3️⃣Andreas Schmitz
4️⃣Michel Salzer
5️⃣Daniel Rudolph
6️⃣Achim Höck
7️⃣Lukas Haderlein
Am 19.04. wird nun gewählt. Wir rufen alle in Ammerbuch auf zur Wahl zu gehen. Bei dieser großen Zahl an Bewerbungen ist die Wahrscheinlichkeit auf eine nötige Stichwahl sehr hoch. Es können also wenige Stimmen über den potentiellen Einzug oder Nichteinzug in die Stichwahl entscheiden. Eine Sammlung der Websiten und Social Media Profile der Kandidaten findet man hier.